Radtour nach Bad Lauchstädt

Seit Gründung des Kurtheaters, zunächst durch Joseph Bellomo (ab 1785) und ab 1791 durch J. W. von Goethe in Verbindung mit dem Weimarer Hoftheater, ist Lauchstädt bevorzugtes Ziel für die Studenten der damaligen Friedrichs-Universität Halle (Saale). Wegen des bis 1809 bestehenden Theaterverbotes fanden in Halle selbst keine Theateraufführungen statt.

Die Lauchstädter Theaterprogramme wurden an der Universität bekannt gemacht. Die Vorstellungen orientierten sich einerseits an den Bedürfnissen der Kurgäste, andererseits legte insbesondere Goethe Wert auf die Befriedigung der intellektuellen Ansprüche des studentischen und akademischen Milieus. Die Dimension des neuen Zuschauerraumes des Goethe-Theaters orientierte sich mit seinen damals knapp 600 Plätzen am Zustrom des Halleschen Publikums.

Berühmt geworden ist die Erstaufführung von Schillers ‚Braut von Messina‘ im Sommer 1803 in Anwesenheit Schillers und zahlreicher, zu späterer Berühmtheit gelangter Besucher. Darunter der junge von Eichendorff und die Eltern Richard Wagners.

So erfolgreich das Theater in dieser Zeit betrieben werden konnte – für die Kurverwaltung in Lauchstädt brachte der Zustrom der Studenten viel Ärger mit sich, insbesondere durch die Verwahrlosung der Sitten und die Belästigung der adeligen Damenwelt auf der Kurpromenade.
Der Magistrat zu Lauchstädt registrierte des Öfteren Beschwerden wegen des mutwilligen Knallens von Reitpeitschen auf der großen Allee am Kursaal, ausufernder Trinkgelage und vor allem der in aller Öffentlichkeit ausgetragenen körperlichen Liebe, insbesondere in den Bosketts des Französischen Gartens des Kurparks.
Man ließ daraufhin die schönen, erst 1775 angepflanzten Quartiere aus Buchsbaum und Hainbuche durch besser einzusehende Rasenflächen ersetzen.

Ab 1809 wurde in Halle (zunächst in der Neuen Residenz) wieder Theater gespielt, der Zustrom der Studenten versiegte allmählich und kam bis 1816 ganz zum Erliegen.

Text: René Schmidt (Geschäftsführer des Goethe-Theaters Bad Lauchstädt)

In enger Zusammenarbeit mit der Universitätsleitung und dem Goethe-Theater in Bad Lauchstädt wollen wir diese Tradition wieder aufleben lassen . . . und den guten Ruf der Studenten in Bad Lauchstädt wiederherstellen!
Und so laden wir alle kulturell und geschichtlich Interessierten am 20. Juni 2018 ein, den Weg in die Historischen Kuranlagen nach Bad Lauchstädt mit uns zu suchen und zu finden. Die Studierenden vor über 200 Jahren wurden mit Kutschen gefahren oder gingen den Weg über ca. 20 km zu Fuß . . . Wir wollen eine gemütliche Fahrradtour daraus machen!
Start wird 14.00 Uhr an der Fontäne auf der Ziegelwiese sein. Angekommen, gibt’s zunächst eine Standpauke der Universitätsleitung an die Studierenden, „die sich erdreisten – trotz königlichen Verbotes – ins Theater zu gehen!“, natürlich versehen mit jeder Menge Humor und einem fetten Augenzwinkern. Im Anschluss könnt ihr euch auf den Wiesen am Neuen Badehaus bei kleinen kulinarischen Köstlichkeiten und einem unterhaltsamen Musikprogramm entspannen. Wer mag, nimmt an einer Führung durch den Park und das Theater teil.

Jeder, wie er mag . . . Damit jeder frei entscheiden kann, wie lang er vor Ort bleiben möchte, gibt es keinen festen Zeitpunkt für den Antritt des Rückweges. Vielleicht wollt ihr ja auch noch einen Stopp einbauen für einen Sprung ins kühle Nass an einem der kleinen Seen (Hohenweiden oder Rattmannsdorfer Teiche), die fast auf dem Weg liegen. Das heißt, ihr organisiert euch den Weg retoure allein.

Die Tour ist für alle Teilnehmenden kostenfrei.
Wir bitten jedoch um eine Registrierung in der Vormerkliste, um die Tour für alle gut planen zu können.

Bildquellen:
Bild 1-3: www.bad-lauchstaedt.de
Bild 4: www.bad-lauchstaedt.info